Cla Coray

1969 in Zürich geboren, lebt und arbeitet in Oberrieden.

 

Ausbildung

 

Bildhauer-Lehre, Zürich

Bildhauerschule, Mühlheim

Eisschnitzschule, Housten Texas

Akademie de la Grande Chaumière, Paris

Seit 1997 freischaffend im eigenen Atelier

 

 

Was treibt den Gestalter räumlicher Darstellungen an? Ist es die Abbildung der Realität? Der Reiz der anspruchsvollen Umsetzung? Die autonome Kreation eines Körpers? Oder gar die Kunst selbst? Vielschichtig seit Menschengedenken die Motive, ungebrochen authentisch deren Wirkung.

Eine Ausbildung zum Steinbildhauer legt die Basis des Schaffens von Cla Coray. Die Gestaltung des Materials, welches die Vergangenheit und Kultur unserer Gesellschaft in einmaligem Masse zu dokumentieren vermag, sollte für ihn prägend werden. Das Verständnis und die Liebe zum Stein motivierten ihn, sich kontinuierlich der Bearbeitung weiterer Materialien zu öffnen: Mit Eis, Sand, Holz oder Eisen gesellten sich nicht zufällig elementare Stoffe dazu, welche sowohl durch ihre vielseitige Gestaltbarkeit wie auch ihre hohe inhärente Güte seine Ansprüche zu erfüllen vermögen. Das Sortiment spezifischer Gestaltungstechniken und Verarbeitungsprozesse wurde sukzessive erweitert und damit die Grenzen des ursprünglich erlernten Handwerks vieldimensional gesprengt. Auch wenn situativ Kunststoffe oder andere nicht traditionelle Materialien stilsicher verarbeitet werden: Die tiefe Zuneigung von Cla Coray gilt Stoffen, die Qualität implizieren und durch ihren wertigen Charakter auch zu kommunizieren vermögen.

Reale Bewegung - ruhende Dynamik - gravitätische Präsenz. Die Objekte und Skulpturen sind oft ausladend grosszügig konzipiert, bei Bedarf kauert ihre Geschichte auch auf bescheidenem Raum. Die Bewegung der Massen findet mechanisch vereinzelt statt, atmosphärisch und symbolisch aber erscheint das fasziniert verinnerlichte Thema vielerorts. Stets formt Cla Coray seine Ideen abseits ausgetretener Pfade in einer Trefflichkeit, die den Betrachter mit Ruhe und Respekt anspricht. Es ist angenehm offensichtlich, dass der Schaffer aus tiefstem Antrieb nach Atmosphäre sucht und sie konzeptionell und formell variantenreich findet.

Den Werken eigen ist eine gleichsam archaische wie auch feingliedrige Ästhetik, die Masse des stets sorgfältig gewählten Materials kombiniert subtile Eleganz mit dauerhaftem Ausdruck. Die Qualität der Umsetzung wie auch die Materie selbst wird integraler Bestandteil des Objektes. Der Gestaltungs- und Umsetzungsprozess mit seinen vielfältig erforderlichen Fertigkeiten wird selbst zur schönen Kunst. Und dennoch: Es ist nicht eine linear umgesetzte Aussage oder Symbolik sondern in aufgeschlossenen Schalk gehüllte Ernsthaftigkeit, die aus den Skulpturen von Cla Coray spricht.

S. Kessler